EM & DM: Helmut Seifried im Westernschießen

Europameisterschaft Westernschießen: 

Mit großer Vorfreude und besten Sieg-Aussichten ging es für den erfahrenen Westernschützen Helmut Seifried aus Zaisersweiher vom VfS Maulbronn-Diefenbach im Juli 2026 zu dem international renommierten Event ‚Days of Truth‘ (DOT). Die XXI European Championship of Cowboy Action Shooting CAS und Wild Bunch. Die Europameisterschaft im Westernschießen, das jährliche Highlight der internationalen Westernszene, fand dieses Jahr in der Slowakei, in Domaniza statt, einer der Lieblings-Schießstätten von Helmut Seifried. 

Seifried trat sowohl im sogenannten Main Match CAS, als auch in dem Sidematch Wild Bunch an, in beiden Disziplinen spielt der Westernschütze seit Jahren in vorderster Liga mit und peilte auch dieses Mal wieder einen Spitzenplatz an.

Nach langer Fahrt mit knapp 900 Kilometern und internationalem Begrüßen im traditionell errichteten Camp ging es auch gleich mit der Lieblingsdisziplin des Westerschützen, mit dem ‚Wild Bunch‘ los. Es standen 6 Stages an, so werden die Parcours genannt, in denen anhand eines vorgeschriebenen Ablaufs auf Ziele geschossen wird, und das auf Zeit. Im Wild Bunch kommen hierfür eine 45er-Pistole, 1 Repetierflinte und 1 Unterhebel-Gewehr zum Einsatz.

Seifried legte gleich zu Beginn 5 schnelle Stages hin, in denen er trotz dem ein oder anderen ‚Hakler‘ und der ein oder anderen herausrepetierten Schrotpatrone stramm auf Titelkurs kam. So war der Europameister-Titel schon fast greifbar, als es in der 6. und letzten Stage unerwarteterweise gleich zweimal zu Magazin-Klemmern kam. Diese hatten zur Folge, dass auf die mögliche Bestzeit einige Sekunden hinzugerechnet werden mussten. Besonders bitter für den erfolgreichen Westernschützen. Letzten Endes wurde er mit sage und schreibe 0,7 Sekunden Rückstand ‚nur‘ Vize Europameister. Ein Ergebnis, mit dem Helmut Seifried nicht zufrieden ist.

Mit dieser persönlichen Enttäuschung trat der Cowboy in den darauffolgenden 3 Tagen zum Main Match des Cowboy Action Shootings an. Pro Tag wurden 4 Stages geschossen (45-er Revolver, 1 Unterhebel, 1 Schrotflinte). Dieses lief von Beginn an nicht ganz so rund, gleich in der 1. Stage musste Seifried 1 Ablauffehler wegen einer verklemmten Patrone im Gewehr in Kauf nehmen, ebenfalls mit Strafsekunden, die es nun in den weiteren 11 Stages hieß aufzuholen. Da Seifried ein langjährig erfahrener Schütze ist, gelang ihm dies souverän, lediglich in Summe 2 Fehlschüsse kosteten ihn Strafzeit, die auf die Gesamtzeit addiert wurde. So erreichte Helmut Seifried am Schluss den 2. Platz dieser Europameisterschaft. Bei harter Konkurrenz absolut zufriedenstellend.

Deutsche Meisterschaft Westernschießen: 

4. August 2026 in Deutschland. Ein heißer Sommertag. So auch in Philippsburg, eine der größten Schießstätten Deutschlands. Hier startete die jährlich vom BDS ausgerichtete Deutsche Meisterschaft im Westernschießen. Vom 4. bis 8. August 2026 fand der in Fachkreisen bekannte ‚Philippsburg Star‘ statt. Im Main Match traten 225 Westernschützen in den vorgesehenen Kategorien an, im Wild Bunch, einem sogenannten Side Match waren knapp 120 Schützen gemeldet. 

Auch hier wollte sich der erfahrene und erfolgreiche Westernschütze Helmut Seifried aus Zaisersweiher der Herausforderung und dem Wettkampf um den Deutschen Meistertitel stellen. Zum ersten Mal startete der Schütze im Main Match in der Klasse ‚1890 Senior‘ und wurde als Mitfavorit gehandelt.

Das Event wurde wie jedes Jahr mit dem Side Match ‚Wild Bunch‘ eröffnet, der Lieblingsdisziplin des Westernschützen, auch hier rechnete sich Seifried einen der vorderen Plätze aus. Um unnötige Magazinklemmer zu vermeiden, entschied er sich dieses Jahr im Gegensatz zu selbst gefertigter Munition für die um einiges teurere Fabrikmunition. Durch die 6 zu solvierenden Stages kämpfte sich der Westernschütze mit dennoch immer wieder ausbremsenden Magazin-Klemmern, die ihn unterm Strich mit ärgerlichen hundertstel Sekunden Rückstand nur auf den 2. Platz brachten, für Seifried ein nicht zufriedenstellendes Ergebnis. Und der Erkenntnis: Es geht nichts über selbst gefertigte Munition!

Die folgenden 3 Tage hieß es den Blick nach vorne zu richten, 12 Stages (Schießstationen), 4 pro Tag, standen an, kein Problem für den souveränen Schützen. Ebenso unbeeindruckt war Seifried, dass sein größter Mitfavorit in derselben Posse (das sind die Gruppen, die geschlossen die Stages durchlaufen) eingeteilt war. Durch alle Stationen schoss sich Seifried konstant an die Spitze, bereits nach dem 1. Tag lag er satte 18 Sekunden vorne. Wie in jedem Wettkampf wird jedoch am Ende zusammengerechnet. Im Westernschießen sind dies sowohl die Zeiten der durchlaufenen Stages, als auch die hinzuzurechnenden Strafsekunden für Fehlschüsse oder nicht eingehaltene Schießfolgen, sogenannte Ablauffehler. So lieferten sich die Kontrahenten in den folgenden 2 Tages ein spannendes Kopf an Kopf Rennen. Der größte Konkurrent aus Dresden holte in Summe gut Zeit auf, so dass sich das Match bis zur letzten Stage wie ein spannender Krimi entwickelte. Hier schoss Seifrieds Kontrahent den wortwörtlich letzten Schuss vorbei und kassierte hierfür die Strafsekunden, die ihn unterm Strich hinter Seifried auf Platz 2 brachten. Ein Match wie es spannender nicht hätte sein können. So war der Deutsche Meistertitel im Cowboy Action Shooting sehr hart umkämpft und für den Cowboy aus Zaisersweiher absolut verdient. Zusammen mit dem Deutschen Meistertitel durfte Seifried noch weitere Siege in den Side Matches im Speedshot nach Hause tragen: 2x Gold, 2x Silber, 1x Bronze.

Abschließend ein großer Erfolg in einem ansonsten ‚spassfreien Match‘, so der O-Ton des Cowboys aus Zaisersweiher. Wett gemacht hat auch das entspannte Campleben mit Freunden aus verschiedenen Nationen, das das gesamte Event bei hervorragendem Wetter die Westernwoche deutlich aufgewertet hat.




















Erstellt am: 06.10.2026